Weinbau im Wallis: Fachwissen, Reben- und Rebbergpflege
Unser Rebbergdienst unterstützt Winzer bei der nachhaltigen und effizienten Bewirtschaftung ihrer Parzellen. Dank unserer Erfahrung im Walliser Weinbau bieten wir Lösungen, die auf die klimatischen Herausforderungen und Produktionsziele zugeschnitten sind. Wir unterstützen Sie in technischen Fragen, um das Wachstum, die Gesundheit und die Langlebigkeit Ihrer Reben zu optimieren. Unser Ansatz vereint weinbauliche Tradition, Innovation und präzise Begleitung direkt im Rebberg.
Ein Weingut, das sich Fachkompetenz und Qualität verschrieben hat
Ein Weingut ist weit mehr als nur ein Stück Land: Es ist ein lebendiges Ökosystem, das wir täglich fördern. Wir begleiten die Winzer bei der Planung, Pflege und Weiterentwicklung ihrer Weingüter, um ein gesundes Gleichgewicht zu schaffen. Unsere Expertise umfasst das Bodenmanagement, die Wuchskraft des Rebbergs sowie die gezielte Umsetzung technischer Verfahren. Wir begleiten jedes Weingut entsprechend seiner Geschichte, seiner Bodenbeschaffenheit und seiner Bestrebungen. Unser Ziel ist es, einen widerstandsfähigen und ertragreichen Rebberg zu schaffen, der seine Einzigartigkeit bewahrt.
Rebenpflege
Schnittsysteme: Merkmale und Eigenschaften im Überblick
Für die Gesundheit und Langlebigkeit der Reben ist es wichtig, die Grundprinzipien und Merkmale der Schnittsysteme zu kennen und anzuwenden. Wir unterstützen Winzer dabei, die physiologischen Auswirkungen, die Wachstumsdynamik und das vegetative Gleichgewicht jeder Technik zu verstehen. Ein gut gewähltes Schnittsystem ermöglicht es, die Wuchskraft zu steuern, die Belüftung zu verbessern und den Ertrag zu regulieren. Basierend auf unserer Erfahrung erläutern wir die Vor- und Nachteile der im Wallis gängigen Systeme. Dieses Verständnis bildet die Grundlage für eine stimmige und nachhaltige Bewirtschaftung des Rebbergs.
Kurzer Rückschnitt auf kurzer Stammstruktur

Beispiel: Gobelet (Bechererziehung).
- Geeignet für ertragsstarke Rebsorten, da die Basalaugen in der Regel geringere Fruchtbarkeit aufweisen.
- Die Hörner erfüllen zwei Funktionen: der Traubenertrag und die Sicherstellung der Stamm- bzw. Gerüstkontinuität.
- Vorteile: – schneller Rückschnitt; – Möglichkeit eines sehr bodennahen Vorschnitts; – gute Regenerationsfähigkeit nach Spätfrost; – kein Drahtrahmen oder Erziehungssystem erforderlich.
- Nachteile: – begünstigt eine Verdichtung der Trauben; – Verjüngung der Reben anspruchsvoll; – ungeeignet für Rebsorten mit geringem Fruchtansatz an den Basalknospen; – eingeschränkte Mechanisierung
Kurzer Rückschnitt auf langer Stammstruktur

Beispiel: Cordon Royat, Pergola, Lyra.
- Geeignet für ertragsstarke Rebsorten, da die Basalaugen in der Regel weniger fruchtbar sind.
- Vorteile: – gleichmässige Traubenreife; – erleichterte Mechanisierung beim Schnitt; – gute Stärke- und Zuckerspeicher dank des hohen Anteils an altem Holz.
- Nachteile: – aufwendiger und empfindlicher Erziehungsschnitt: Die Triebbiegung muss sorgfältig erfolgen; – höhere Anfälligkeit gegenüber Frost und anderen Witterungseinflüssen während der Blüte; – zeitaufwendiges Auslauben / Ebourgeonnage
Langer Schnitt auf kurzer Stammstruktur

Beispiel: Einfacher oder Doppel-Guyot-Schnitt, Hochkultur, Lyra.
- Geeignet für Rebsorten, deren Basalknospen wenig oder gar nicht fruchtbar sind.
- Vorteile: – einfache Schnitttechnik; – begrenzte Verlängerung der Stammstruktur.
- Nachteile: – erheblicher Zeitaufwand für Schnitt, Biegen und Anbinden des Fruchttriebs; – begrenzte Möglichkeiten für einen Vorschnitt, dieser muss relativ hoch erfolgen; - Trauben und Vegetationsverdichtung durch Kreuzung der Fruchtruten; – verstärkte Akrotonie Heterogenität je nach Länge der Augen an der Fruchtrute (Laubaustrieb, Blüte, Reife…); – grössere Schnittwunden erhöhtes Risiko für Holzkrankheiten Anpassung der schonenden Schnittprinzipien notwendig (siehe Unterlage 2.11-12).
Langer Schnitt auf einem grosser Stammstruktur

- Beispiel: Pergola.
- Geeignet für Rebsorten mit geringer Fruchtbarkeit.
- Vorteile: – gute Reserven an Stärke und Kohlenhydraten dank des hohen Anteils an altem Holz; – erhöhte Langlebigkeit; – bessere Trockenresistenz durch die Robustheit des Unterlagsrebs.
- Nachteile: – hohe Produktion Begrenzung unbedingt erforderlich; – verzögerte phenolische Reife; – erhöhtes Krankheitsrisiko durch anhaltende Feuchtigkeit im Traubenbereich Botrytis, D. suzukii ;– zeitaufwendig in der Pflege;– hohe Kosten für Stützmaterial ;– schwierige Mechanisierung.
Rebenpflege
Die wichtigsten Schnittsysteme
Die wichtigsten Schnittsysteme – Guyot, Cordon, Kurzschnitt und Mischschnitt – erfüllen unterschiedliche Anforderungen je nach Rebsorte, Standort und Ertragsziel. Wir stellen klare Informationen zu jedem Schnittsystem bereit, um die Auswahl für Winzer zu erleichtern. Dank unserer Expertise können wir die praktische Umsetzbarkeit eines Systems, den Arbeitsaufwand und die Auswirkungen auf die Traubenqualität einschätzen. Jedes System weist Besonderheiten auf, die es zu beherrschen gilt, um Ungleichgewichte oder Stammkrankheiten zu vermeiden. Eine passende Wahl sorgt für harmonisches Wachstum und gleichmässige Erträge.
Gobelet-Schnitt

Grösse
- 3-4 Hörner gleichmässig verteilt;
- Erziehung über 3 Jahre;
- traditionell in der Westschweiz.
Cordon Royat / Permanentschnitt

Kurzschnitt
- 3-4 Hörner + 1 Ersatzzapfen (optional);
- Erziehung über 4 Jahre.
Palmette / Minispindel

Kurzschnitt
- 4-5 Hörner;
- Erziehung über 5 Jahre.
Einfacher Guyot

Langschnitt
- 1 Fruchtrute + 1 Zapfen;
- Erziehungsdauer: 3-4 Jahre.
Doppelter Guyot

Langschnitt
- 2 Fruchtruten + 1 Zapfen;
- Erziehungsdauer: 4-5 Jahre.
Guyot-Doppelbogen

Langschnitt
- 2 Fruchtruten + 1 Zapfen;
- Erziehungsdauer: 4-5 Jahre;
- gute Verteilung der Wuchskraft, fördert den Fruchtansatz;
- grössere Traubenzone
Hochkultur

Langschnitt
- 3 Fruchtruten + 1-2 Zapfen je nach Wuchskraft;
- Erziehungsdauer: 6 Jahre;
- 1/3 der Ruten anbinden.
Lyra

Kurz- sowie Langschnitt
- 2 Fruchtruten oder 2 permanente Ruten;
- Erziehungsdauer: 5 Jahre;
- Bewuchs über 2 Drahtrahmen verteilt.
Rebenpflege
Ziele und Strategie für einen nachhaltigen Rebberg
Die Herausforderungen im Weinbau – Holzkrankheiten, Wassermangel, übermässiges Wachstum oder schwache Struktur – erfordern eine durchdachte Strategie. Wir begleiten Winzer bei der Risikobeurteilung und der Umsetzung geeigneter Lösungen. Mit einer konsequenten Schnittstrategie und regelmässiger technischer Betreuung bleibt Ihr Rebberg langlebig. Wir setzen auf einen präventiven und nachhaltigen Ansatz, der Beobachtung, Anpassung und Präzision vereint. Unser Ziel ist es, jedem Weingut eine gesunde Grundlage zu sichern, damit die Reben ausgewogen wachsen und zukünftigen Herausforderungen standhalten.
Bewirtschaftung des Rebbergs nach Produktionszielen
Schnitt und Ausdünnungen ergänzen sich gegenseitig. Sie sind unter Berücksichtigung der technischen Rahmenbedingungen, der
Entwicklung der Reben, insbesondere ihre Wuchskraft, sowie der Produktionsziele zu wählen, zu deren Erreichung sie einen wesentlichen Beitrag leisten.
Grösse (siehe Unterlagen 2.11-2.20)

- Die Gerüststruktur entsprechend dem gewählten Erziehungssystem und der Mechanisierung aufrechterhalten.
- Das Stammwachstum begrenzen, indem nur die nützlichen Triebe erhalten bleiben.
- Das vegetative Potenzial der Rebe regulieren.
- Die Produktion steuern.
- Die Triebe regelmässig verteilen.
- Die Langlebigkeit der Rebe gewährleisten.
Wählen Sie eine schonende Schnittmethode, um Holzkrankheiten zu vermeiden.
Anbinden der Fruchtrute
- Apikaldominanz begrenzen.
- Die Rebe stabilisieren.
- Triebe gleichmässig verteilen.
Ausgeizen und Entknospen

- Nur die Fruchtruten belassen, die für das laufende Jahr und den Schnitt nützlich sind.
- Schnittwunden minimieren: das Entfernen der Geiztriebe, ohne die Rebe zu verletzen, ist eine unverzichtbare Ergänzung zum Schnitt.
- Winterarbeitsaufwand reduzieren.
- Überfüllung des Laubes vermeiden.
- Ertragsbelastung regulieren.
- Gleichmässige Verteilung der Trauben fördern.
Erziehung und Anbinden der Triebe

- Um den Bruch der Trieben zu vermeiden und so die Langlebigkeit des Rebstocks zu erhalten
Wichtige Triebe zur Erhaltung der Stockform (Winterausschnitt) intakt lassen.
- Für eine gute Verteilung des Laubs sorgen.
- Eine gute Belüftung und ausreichende Sonneneinstrahlung der Trauben gewährleisten.
- Um den einfachen Einsatz von Mechanisierung zu ermöglichen
Schnitt oder Kürzen

- Das vegetative Wachstum begrenzen und so die Fruchtbildung und Reifung fördern.
- Den Fruchtbereich belüften, indem die Ansammlung von Vegetation reduziert wird.
- den Einsatz von Mechanisierung erleichtern.
SP Binger
W. Siegfried, Agroskop
- Den Winddruck verringern.
- Den Schattenwurf auf die Nachbarreihen reduzieren.
Entblätterung im Traubenbereich

- Die Belichtung der Trauben verbessern.
- Die Belüftung der Trauben verbessern wirkt sich positiv auf den Gesundheitszustand aus.
- Das Eindringen von Pflanzenschutzmitteln erleichtern wirkt sich positiv auf den Gesundheitszustand aus.
- Die Erntearbeiten erleichtern.
- Indirekte Bekämpfung von Drosophila suzukii, da diese Fliege Schatten bevorzugt.
Abbeeren (Unterlagen 7.01, 7.03 und 7.04)
- Die Qualität der Trauben durch mengenmässige Begrenzung verbessern diese Massnahme ist je nach quantitativen und qualitativen Zielsetzungen anzupassen.
- Zu dichtes Aneinanderreihen der Trauben vermeiden dadurch wird die Entwicklung von Botrytis eingeschränkt.
- Beerenwelke und Stiehllähme der Rebe vermeiden.
Allgemeine Ziele
Erntepotenzial erhalten.
Ziel ist es, unter Berücksichtigung der jeweiligen Jahrgangsbedingungen das Gleichgewicht der Rebe und die optimale Qualität der Trauben zu erreichen.
Den Druck durch Krankheiten und Schädlinge begrenzen
